19. September 2016

Kindern ein Zuhause geben!

Das Motto zum diesjährigen Weltkindertag am 20. September lautet „Kindern ein Zuhause geben“. Das Deutsche Kinderhilfswerk und UNICEF Deutschland nutzen diesen Tag und rufen dazu auf, die Interessen, Rechte und Bedürfnisse von Kindern in das Zentrum von Politik und Gesellschaft zu stellen. „Dazu müssen Eltern endlich besser unterstützt werden, ihren Kindern ein vernünftiges Zuhause bieten zu können“, betont die kinderpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag, Kati Engel. „Auch heute besteht leider immer noch eine erhebliche Chancenungleichheit - zum Beispiel bei den Bildungschancen für von Armut betroffene Kinder.“

Nach den jüngsten offiziellen Zahlen von Eurostat, welche die LINKE-Fraktionsvize im Bundestag, Sabine Zimmermann, erfragte, lebten 2014 mehr als 5,5 Millionen Kinder und Jugendliche in einem Haushalt, der Schwierigkeiten hatte, unerwartete Ausgaben von mehreren hundert Euro aus eigenen Mitteln zu bestreiten. Das sind 38 Prozent aller unter 18-Jährigen in Deutschland. Allein 1,2 Millionen der unter 18-Jährigen lebten 2014 in Haushalten mit Problemen, die Miete oder Rechnungen für Versorgungsleistungen rechtzeitig zu begleichen. Das entspricht 8,7 Prozent aller unter 18-Jährigen. 2010 waren es eine Million.

Des Weiteren geht aus einer Untersuchung der Bertelsmann-Stiftung hervor, dass in Thüringen nahezu jedes sechste Kind auf Sozialhilfe angewiesen ist. Im vorigen Jahr lebten 48 600 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren in Familien, die Leistungen aus Hartz IV bezogen. Das entspricht einem Anteil von 15,9 Prozent. Im Bundesvergleich liegt die Kinderarmut in Thüringen damit immer noch über dem Durchschnitt.

„Für eines der reichsten Länder der Erde ist es beschämend, dass Kinder und Jugendliche überdurchschnittlich von finanziellen Problemen und Einschränkungen betroffen sind“, entrüstet sich die Abgeordnete Engel. „Gerade Kinder und Jugendliche bekommen häufig als erstes zu spüren, was Armut bedeutet. Statt unbeschwert aufzuwachsen, lernen sie bereits in jungen Jahren Entbehrungen kennen.“

Kati Engel weiter: „Der fehlende politische Wille der Bundesregierung, endlich Maßnahmen gegen Kinderarmut einzuleiten, führt dazu, dass hunderttausende Kinder mit mangelhafter Ernährung, nicht ausreichender Gesundheitsversorgung und schlechteren Bildungschancen aufwachsen müssen. Dies ist ein Verbrechen an den nachwachsenden Generationen! Perspektivisch brauchen wir eine eigenständige Kindergrundsicherung.“ Der Kinderarmut müsse endlich der Kampf angesagt werden.