29. Juni 2011

Keine Jubelstimmung bei den vorgeschlagenen Eckzahlen für den künftigen Hochschulpakt III

„So erfreulich auch die Tatsache ist, dass die vorgeschlagenen Eckzahlen für den künftigen Hochschulpakt III deutlich positiv abweichen von den zuvor in Rede stehenden Horrorzahlen, sollte aus mehreren Gründen keine Jubelstimmung aufkommen“, sagt die Sprecherin für Wissenschaftspolitik der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag, Dr. Karin Kaschuba, nach der heutigen Pressekonferenz zur künftigen Hochschulfinanzierung.

Erstens sei noch nichts beschlossen und ausverhandelt durch die Landesregierung bzw. den Gesetzgeber – den Landtag. „Zweitens wird die vorgesehene Steigerung schon allein durch wachsende Preise u. a. bei Energie, Papier und vor allem durch die absehbaren Tarifsteigerungen bei den Personalkosten mehr als aufgefangen“, so Frau Dr. Kaschuba weiter. Die Hochschulen würden also um Einsparungen bei Lehre und Forschung nicht herum kommen, wie auch der Vorsitzende der Hochschulrektorenkonferenz während der heutigen Pressekonferenz betonte. Das sei für eine Bildungseinrichtung fatal, weil in der Spirale des Wettbewerbs um Studierende hier ein Wettbewerbsnachteil vorprogrammiert sei.

Frau Dr. Kaschuba weiter: „Drittens bleibt auch ein Stückweit Misstrauen in Bezug auf Verlässlichkeit bei den Verträgen mit dem Land. Das letzte Jahr zeigte, wie einfach man die vermeintliche Planungs- und Finanzierungssicherheit aushebelt“, sagt die Linksfraktionärin und verweist auf Kürzungen im Hochschulbereich, obwohl eine Hochschulrahmenvereinbarung abgeschlossen war.

Frau Dr. Kaschuba abschließend: „Und viertens - und das wiegt fast  am schwersten - scheint sich die Hochschulpolitik des Landes nur noch auf eine fiskalische Nummer unter vielen anderen zu beschränken. Eine langfristige Vorstellung, wohin sich das Land und seine Bildungseinrichtungen entwickeln, wo sie ein noch markanteres Profil gewinnen sollen, existiert nicht. Und darum drückt sich der zuständige Minister herum. Ein neuer Hochschulpakt mit der entsprechenden finanziellen Unterstützung macht nur Sinn, wenn man eine Ahnung hat, wo inhaltlich und strukturell die Reise hingehen soll.“

Quelle: http://archiv.die-linke-thueringen.de/nc/aktuell/nachrichten/detail/artikel/keine-jubelstimmung-bei-den-vorgeschlagenen-eckzahlen-fuer-den-kuenftigen-hochschulpakt-iii/