12. Februar 2013

Aufruf zum Protest gegen rückschrittliches Gleichstellungsgesetz

"Männer haben schon seit Jahrhunderten über die Lebenssituationen, Geschicke, Probleme und Einbindung von Frauen in die Gesellschaft entschieden. Und nun soll das wieder so sein, an einer Stelle, die sich Frauen erkämpft haben, um ihre Belange in einer von Männern dominierten Gesellschaft zur Beachtung zu bringen. Weil ja Männer genau wissen, was für Frauen zu regeln ist. Willkommen im Mittelalter. Wir sind weit weg von einem modernen Gleichstellungsgesetz", erklärt Karola Stange gleichstellungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag.

Am Donnerstag wird im Thüringer Landtag über das neue Gleichstellungsgesetz entschieden. Während man die Besetzung der Stelle der Gleichstellungsbeauftragten hoch und runter diskutiere, würden die anderen wichtigen Inhalte des Gesetzes ins Abseits geraten. "Der Landesfrauenrat und viele Frauenvereine und Verbände stellen sich vehement gegen das neue Gesetz, obwohl sie unbedingt ein neues wollten. Aber sie wollten keine rückwärtsgewandten Regelungen wie im Entwurf der Landesregierung. Ist das erneut ein Beispiel, das die wichtigsten Akteurinnen der Praxis nicht in die Entwicklung einbezogen wurden? Wo wird über die sächliche Ausstattung und die definierten Aufgaben gesprochen?", fragt Frau Stange. Im neuen Gesetz gehe es auch um die Reduzierung der Stellen für Gleichstellungsbeauftragte in den Städten und Gemeinden und um Einsparung und Funktionskopplung.

Die Linksfraktion wird den Protest gegen das Gesetz unterstützen.

"Kommt vor den Thüringer Landtag und nehmt die Chance wahr, mit Abgeordneten vor der Abstimmung ins Gespräch zu kommen. Liebe Frauen und Männer wehrt euch! Lasst uns gemeinsam zeigen, dass wir damit nicht einverstanden sind", sagt Karola Stange und ermutigt, gegen das Vorhaben der Landesregierung Gesicht zu zeigen. Diese Protest-Aktion findet am Tag der Gesetzesberatung am Donnerstag ab 8:30 Uhr vor dem Landtag statt.

Quelle: http://archiv.die-linke-thueringen.de/nc/aktuell/nachrichten/detail/browse/3/artikel/aufruf-zum-protest-gegen-rueckschrittliches-gleichstellungsgesetz/