2. Mai 2011

Linksfraktion fordert eigenständigen Frauengesundheitsbericht

Nach der heutigen 5. Fachtagung zur Frauengesundheit, insbesondere zur psychischen Gesundheit von berufstätigen Frauen mit Familie, betont Karola Stange dieses wichtige und bislang vernachlässigte Thema.

Frauen seien immer häufiger von psychischen Erkrankungen und Burn-Out betroffen, ohne dass Politik und Krankenkassen angemessen darauf reagierten, so die gleichstellungspolitische Sprecherin der Linksfraktion weiter. Während die Krankenkassen in den letzten beiden Jahren 33 Prozent weniger Mutter-Kind-Kuren bewilligt hätten, weigere sich die Politik immer noch, verlässliche Zahlen zur Verfügung zu stellen.

Die Fachtagung zur Frauengesundheit, organisiert vom Landesfrauenrat und der Landesgleichstellungsbeauftragten, habe vor allem eines zutage gebracht: „es fehlt an konkreten, zuverlässigen Zahlen für Thüringen“. Dies habe auch Prof. Dr. Meier-Gräwe in ihrem interessanten Vortrag bestätigt, bei dem sie sich nicht auf Zahlen aus Thüringen hinsichtlich psychischer Erkrankungen und Krankenhausaufenthalten von Frauen stützen konnte. „Damit die notwendigen gesetzgeberischen und gesundheitspolitischen Entscheidungen getroffen werden können, um Frauen vor schweren, langwierigen Krankheiten zu bewahren oder ihre Genesung zu befördern, brauchen wir verlässliche Erkenntnisse“, fordert Frau Stange. Deshalb werde die LINKE auch im Parlament weiterhin darauf drängen, dass Thüringen einen eigenen Frauengesundheitsbericht bekommt.

Fehlende Erkenntnisse über die Entstehung von Krankheiten, ihre Heilungschancen, aber auch über die Wirkung von Medikamenten, die in der Regel an Männern getestet würden, führten dazu, dass Frauenkrankheiten nicht rechtzeitig erkannt oder nicht angemessen behandelt werden könnten. „Jede Veranstaltung zur Frauengesundheit zeigt, dass sich trotz aller politischen Lippenbekenntnisse bislang wenig getan hat: immer noch werden Frauenbelange, wird Frauengesundheit als Zusatzthema abgetan, für das aktuell kein Geld da ist.“ Geld, das bei der Ursachenanalyse gespart werde, müsse aber später bei oft unsachgemäßer und langwieriger Behandlung mehrfach investiert werden. „Damit muss Schluss sein – sowohl im Sinne der Frauen als auch hinsichtlich der Versichertengelder, die zielgenauer und sinnvoller eingesetzt werden können, wenn die notwendigen Erkenntnisse zusammengetragen werden“, sagt Karola Stange zu ihrer Forderung nach einem eigenen Frauengesundheitsbericht.

Quelle: http://archiv.die-linke-thueringen.de/nc/aktuell/nachrichten/detail/browse/5/artikel/linksfraktion-fordert-eigenstaendigen-frauengesundheitsbericht/