7. März 2011 Katrin Christ-Eisenwinder

100 Jahre Frauentag - keine altmodische Tradition aus dem letzten Jahrhundert sondern die Forderunge

Frauen in Thüringen arbeiten für die niedrigsten Löhne in ganz Deutschland und sind nicht nur im Alter zunehmend von Armut bedroht. Etwa 30 Prozent aller erwerbstätigen Frauen in Thüringen haben ein Einkommen von weniger als 700 € netto im Monat. (bei Männern beträgt der Anteil ca. 15 Prozent)
Die Forderungen der Frauen von 1911 sind noch genau so aktuell wie damals. Zwar stand damals die Forderung nach Einführung des Frauenwahlrechtes im Mittelpunkt, jedoch ging es auch um solche Fragen wie den gleichen Zugang für Frauen zu Bildung, Arbeit und die Gleichstellung in allen Bereichen des Lebens.

Heute zeigt sich, dass Frauen nach wie vor in vielen Bereichen der Gesellschaft benachteiligt sind, so Katrin Christ-Eisenwinder. Besonders deutlich wird die Diskrepanz bei der Tatsache, dass Frauen in den verschiedenen Ausbildungsgängen die besseren Leistungen aufzuweisen haben, aber auf der Karriereleiter nur mühselig vorankommen.

"Immer noch herrschen Vorurteile, die Frauen den Zugang zur Arbeitswelt erschweren. In Führungspositionen sind sie kaum zu finden und immer noch sind Mädchen und Frauen lieber in der Küche als im Berufsleben gesehen. All das wirkt sich nicht nur auf die Frauen direkt, sondern auch auf den Fortschritt der Gesellschaft aus. Es besteht immer noch großer Handlungsbedarf, um gravierende Unterschiede in den Lebensverhältnissen und Möglichkeiten von Frauen und Männern zu beseitigen. Es muss also weiter gekämpft werden", so Katrin Christ-Eisenwinder abschließend.